Geschoß zu setzen

Gestauchter Hals

Gelegentlich meinen Wiederlader, meine Geschosse säßen nicht fest im Hülsenhals. Das kann vorkommen! Wann? Warum? Vorausgesetzt die Patronenhülsen sind richtig eingewürgt, d.h. der Hülsenhals durchmißt etwa ein zehntel Millimeter weniger als das Geschoß, kann lockeren Geschoßsitz vor allem ein Fehler verursachen.

Gestauchter-Huelsenhals.jpg

Gestauchter Hülsenhals 2007 in Afrika

gestauchter 6,5 x Hülsenhals mit 6508

Die blanke Fase an der unteren 6,5x55 Hülse gestauchten Hülse verrät, dieses (vermutlich RCBS) Gesenk war falsch eingestellt, nämlich zu tief mit Mundanlage.

JH: Übrigens liegst du mit RCBS goldrichtig.

Ich weiß wie die innen aussehen. Dazu lies Krempe

Falsch eingestellte Gesenke!

Um Geschosse richtig zu setzen, muß das Gesenk zur Hülse auf leichten Druck eingestellt werden. Gehe so vor:

  1. Schraube das Setzgesenk teilweise in die Presse.

  2. Schraube eine Hülse in den Hülsenhalter.

  3. Fahre den Hülsenhalter mit dem Hebel in den oberen Totpunkt. Jetzt kommt´s . . .

8x57 IS 8008 Im Lauf

Hülse im Lager: Schulter-an-Schulter

  1. Nun schraube das Gesenk in der Presse runter, bis Schulter-an-Schulter stoßen. Spüre den Anschlag. Das Gesenk soll mit leichter Spannung mit seiner Schulter auf die Schulter der Hülse drücken. Die leichte Spannung ist erforderlich um gewiß jedes störende Spiel auszuschließen.

Die so hergestellte Kegel-in-Kegel-Schulteranlage sogt für volkommen mittige Lage der Patronenhülse im Gesenk verbunden mit dem richtigen Abstand. Der anscheinend gar nicht so seltene Fehler Gesenke zur Hülse flasch einzustellen führt zu zwei Störungen

  1. Wenn das Gesenk nicht anliegt, Luft läßt, klappert die Hülse im Gesenk beim Geschoßsetzen und das Geschoß wird daher willkürlich, zufällig nicht fluchten. Die Waffe wird mit solcher Muntion beim Schießen streuen.

  2. Wenn das Gesenk zu tief eingeschraubt ist, wird das Gesenk die Hülse stauchen, z. B. so wie oben im Bild den Hals. Dann wird jedes Geschoß trotz vorher richtig eingewürgter Hülse lose sitzen, sich im Hals drehen oder klappern.  

Aus allen genannten Gründen müssen daher die Setzgesenke zur Hülse auf die von mir beschreiben Weise genau, spielfrei unter leichetr Spannung eingestellt werden. Dann wird alles gut:

Lutz Möller Montag, den 21. Februar 2011

Mundanlage

Hallo Lutz,

wie hast du es denn geschafft, den Hals der 7x64 in Afrika zu stauchen, wenn die Hülse Schulter an Schulter im Gesenk anliegt?

LM: Das war nicht ich, sondern ein Afrikaner!

Das geht nicht! Regelmäßig stauchst du den Hals, bevor du mit der Schulter anliegst.

LM: Durchaus nicht immer. Bei gewissen Gesenken mag das so sein, bei anderen nicht. Wichtig ist jedenfalls den Hals nicht zu stauchen, damit die Geschosse fest sitzen.

Vorher machst du allerdings eine Krempe. Nur bei übertrieben gekürzten Hülsenhälsen hast du überhaupt die Chance, Schulter an Schulter zu kommen, ohne Schaden am Hülsenhals anzurichten. Wenn das nicht so wäre, wäre es ja auch unmöglich, eine Krempe vorzunehmen, da man ja mit der Schulter im Gesenk anstoßen würde, bevor man den Hülsenmund einzieht.

LM: Das bestimmt allein das verwendete Gesenk!

Der richtige Weg, das Geschoß ohne Krempe zu setzen ist: Stelle Hülsenhalter mit Hülse auf OT. Dann drehe Gesenk ein, bis Anschlag hergestellt ist und das Gesenk auf der Hülse (nämlich auf dem Hülsenmund) aufliegt. Dann eine dreiviertel Umdrehung zurück und feststellen. Fertig.

LM: Dann klappern die Hülsen im Gesenk! Genau das vermeide, um genauen Sitz zu gewähren.

Mit Krempe würde man das Geschoß wie oben setzen, dann den Setzstempel zurücknehmen und ohne Setzstempel so lange das Gesenk zustellen, bis die  Crimp wie gewünscht erfolgt. Sind die Hülsen unterschiedlich lang, wird der weitere Versuch scheitern! Ist die Krempe bei Patrone 1 wie gewünscht, wird der Setzstempel eingedreht, bis er auf der Patrone aufliegt. Die weiteren Patronen können dann in einem Arbeitsgang gesetzt und gekrempt werden.

Falls man die Krempe zu stark ausführt, wird das Geschoß statt gesichert nur gelockert, weil der Hülsenmund oben im Gesenk anliegt und durch weiteren Druck der Hülsenhals nach außen gestaucht wird (nach innen kann er ja nicht wegen des Geschosses).

Schluß: Wer die Krempe nicht benötigt (und den benötigt eigentlich keiner) sollte das sein lassen und lieber ohne arbeiten. Die Gefahr, einen Fehler zu machen, ist deutlich geringer. Lose Geschosse sind regelmäßig Ursache zu weit eingedrehter Gesenke!

LM: Genau das war der Grund diesen Aufsatz ins Netz zu stellen.

Liebe Grüße, Jan G., Montag, 21. Februar 2011 21:51

Mein lieber Jan,

ob wir mit einer Schulteranlage, die ich bevorzuge, oder einer Mundanlage, die Du beschreibt, nämlich dem Hülsenmund in einem Gesenk mit Kegel vor dem Hülsenmund vor der Schulteranlage, arbeiten, ist ganz gleich. Wichtig ist immer gleich lange Hülsen zu nehmen, ganz gleich, ob sich das auf die Schulter oder den Mund bezieht. Nur dann lassen sich zwei Kegel in den Schultern, oder ein Kegel und eine Kante am Hülsenmund, benutzen die volkommen Flucht herzustellen.

Gruß Lutz

Abschaben feiner Ringe vom Geschoßboden beim Setzen

Freunde helfen Freunden!

Sehr geehrter Herr Möller,
sehr geehrter Herr Vodegel,

Nach dem sicherheitsrelevanten Ablängen der kalibrierten Hülsen steht als nächster Bearbeitungsgang das Außen - / Innen - Entgraten des Hülsenmundes an. Die handelsüblichen Hülsenmundentgrater haben einen sehr stumpfen Innenwinkel, der maßgeblich an dem unliebsamen und zugleich Präzisions mindernden Abschaben feiner Ringe vom Geschossboden beteiligt ist. Doch dafür gibt es seit langem ein unter Präzisionsschützen bekanntes Werkzeug bei Heinz Henke in Werlte - in deren Katalog auf Seite 73, unten links - einen speziellen Innenentgrater für den Hülsenmund: dieses kleine Handwerkzeug ist ein spitz - kegelstumpfförmiger Fräser mit 6 Schneiden, den man für Geschossdurchmesser von ca. 5,5 bis zu ca. 9,5 mm einstellen kann. Dabei wird die Schneidtiefe durch 3 stählerne Finger begrenzt, die beim Anschneiden dann auf der Oberkante des Hülsenmundes aufstehen und dadurch ein tieferes Einschneiden verhindern. Dieser Fräser hat einen Winkel von lediglich 4° , so daß durch die scharfen Schneiden innen im Hülsenmund eine Fase (Anschnitt) gerieben wird. Die Tiefe dieser Fase sollte - je nach Geschossdurchmesser - zwischen ca. 1,0 und maximal ca. 2,5 mm betragen. Ein kleiner Dreh und schwupp, schon hat das Leid ein Ende! Dieses kleine Werkzeug kostet dort z.Zt. 57.-€ und ist bei mir seit mehr als 10 Jahren im Dauereinsatz, ohne daß die sauberstens gearbeiteten und offensichtlich sorgfältig gehärteten Schneiden bis heute auch nur die geringsten Verschleißspuren aufweisen.

Nach dem Innenentgraten mit diesem Werkzeug lassen sich selbst Geschosse mit Flachboden leicht gleitend und ohne jegliche Abschabungen dieser feinen Ringe vom Geschossboden durch den Hülsenmund setzen. Wie so oft, das Einfache liegt so nah! Diese Zuschrift läuft unter dem Motto: Freunde helfen Freunden! Versuchen Sie's, wenn' Ihnen nicht gefällt, dürfen Sie mir das Werkzeug zusenden, ich bezahle Ihnen dann 40.-€ dafür, denn ich finde in meinem weiten Kreis von aktiven Wiederladern blitzschnell einen, der's brauchen kann.

Ich wünsche Ihnen noch einen Schönn Sonntag und viel Erfolg. Geben Sie mal bitte Standlaut, ob's funktioniert.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Wolfgang Louen, Sonntag, 18. September 2011 15:21

Meßgeräte

Herr Möller!

Haben Sie Erfahrungen mit Patronen Meß.- und Richtgeräte z.b. von Erich - Bischof bzw. Hornady Rundlauftester L-N-R.

LM: Lies Genauigkeit

Wenn ja, bitte um Rückmeldung. Habe RCBS -Standardmatrizen bzw. für die .223 eine Competition Matrize.

Lies dazu Benchrest Setzer

Bei dieser Matrize beträgt die Rundlaufgenauigkeit 0,01 mm bis 0,10 mm.

LM: Ein sehr weiter Bereich. Deshalb entwicklec ich derzeit die Neuen Setzer

Habe Ihre Seiten über Rundlaufgenauigkeit gelesen und möchte daher die wiedergeladenen Patronen auf etwa 0,01 bis 0,02 mm richten.

MfG Schläger, Freitag, der 14. November 2014