Lutz Möller .300" WSM

.300" WSM Jagdgeschichten Seite 5

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Inhalt 300 WSM Schmaltier | Unverständiger Förster | Scheußliche Bilder | Blei ist schlimmer | Ladedaten für .300 WSM mit 7627 | Kalb auf 250 Meter

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300 WSM Schmaltier

Hallo Lutz,

anbei zur Kenntnisnahme ein Paar Bilder eines Rotschmaltieres, daß ich letzten Freitag mit Deinem 7,6 mm MJG 7627  von 2014 aus der .300 WSM, schoß. Einschuß links. Das Stück war  110 m weit. Der Einschuß sitzt hoch Blatt

LM: Schlechter Treffer – keine gute Wahl! Warum? Beachte gute Zielwahl!

Ausschuß auf gleicher Höhe, nur ein paar cm weiter nach hinten versetzt. Zuerst war ich von der 100 m  Fluchtstrecke überrascht.

LM: Wieso? Lies Wundwirkung!

Und das bei dem Schuß.

LM: Eben deshalb. Noch Mal: Beachte gute Zielwahl!

Beim Aufbrechen war in der Kammer einiges an Panseninhalt vorhanden. Dies ist auf den zerschossenen Schlund zurück zu führen. Das ist ja nicht weiter tragisch, wenn man sich entsprechend Mühe beim Aufbrechen gibt.

Leider habe ich keine aussagekräftigeren Bilder des Stückes, da ich eigentlich nicht davon ausgegangen bin, dir diese schicken zu müssen. Die Bilder während des Zerwirkens erreichten mich durch den Beständer des Revieres. Ich war doch ein wenig überrascht, was die Hämatombildung betrifft.

LM: Falsch, nicht Hämatome, sondern Blutgerinnsel

Die sah ich so mit Deinem Geschoß noch nicht gesehen.

LM: EinFolge von Nähe, Treffer, Flucht.

Alle bisherigen Stücke waren, was die Wildbretentwertung angeht, absolut in Ordnung. Aber wie du dir Vorstellen kannst, war ich doch sehr überrascht, als mich die Nachricht der doch nicht unerheblichen Hämatombildung Bildung erreichte, da ich doch sehr großen Wert darauf lege, möglichst viel von einem Stück verwerten zu können.

LM: Falscher Begriff. Hämatome sind Einblutungen ins Fleisch. Hier sieht die Blutergüsse außerhalb des Fleischen zwischen den Bindehäuten. Das sind Blutgerinnsel!

Ich dachte, Du möchtest diese Bilder sehen.

LM: Gewiß

Grß, Marcel Begoin, Mittwoch, 31. August 2016 18:23

Unverständiger Förster

Sehr geehrter Herr Möller,

kürzlich erlegte ich mit Ihrem alten 7627 Geschoß aus der 300 WM einen Jährlingsbock auf 40 m. Der Bock stand schräg zu mir und hatte mich wahrscheinlich bereits mitbekommen. So wartete ich nicht auf die Gelegenheit eines breiten Lungenschusses sondern trug sofort einen Diagonalschuß an: hinter dem rechten Blatt durch die Lunge rein, Restbolzenausschuß aus der linken Keule.

Einschuß

diagonaler Einschuß vorn

diagonaler Ausschuß hinten

diagonaler Ausschuß hinten

Ausschuß

Ausschnitt mit Ausschuß aus der Keule

Der junge Förster, bei dem ich jage, will mir nicht glauben daß es sich bei Ein- und Ausschuß eben um diese handelt

LM: Der versteht eben vornehmlich was von Bäumen.

Sondern er unterstellt mir, ich hätte dem Bock von hinten auf die Keule getroffen.

 Können Sie mir helfen, Ihn verstehen zu lassen, was passiert ist?

LM: Ich rufe ihn gern an.

 Daß bei längs durchschossenen Rippen der Zielwiderstand größer, als bei einer breit getroffenen Kammerwand, ist, somit die Zerstörung durch das sehr schnelle Geschoss und seine Splitter (und zusätzlich durch stark beschleunigte Knochensplitter) zwangsläufig größer als üblich ausfällz. Daß der schulterstabilisierte Restbolzen  eine schnurgerade, erhebliche Tiefenwirkung hat, die solch einen kalibergroßen Ausschuß ermöglicht.

Irgendwo auf Ihrer Seite gibt es Beispiele (mit Bildern) für genau solche Ein- und Ausschüsse. Leider konnte ich die mit der Suche nicht finden.

LM: Vermutlich bei Ein- und Ausschuß

Vielen Dank und Waidmannsheil! Donnerstag, Johann PY, 8. September 2016 12:00

Sehr geehrter Herr Möller,

Sie haben meinen Bericht auf Ihrer Seite für die 300 WSM veröffentlicht, nicht auf der 300 WM Seite. Wahrscheinlich ein Versehen.

LM: Ja.

Weitere Berichte folgen.

LM: Danke.

Waidmanns Heil, P.Y.

Herr Y.,

Sie als Akademiker mit physikalischer Grundbildung verstehen ganz offenischtlich die Vorgänge. Nun müssen Sie nur die passenden Worte finden, um dem jungen Förster, der ohne dieselben Vorraussetzungen die Vorgänge verstehen soll, ohne große Forderungen an dessen Abstraktionsvermögen denn och ein Vorstllung des Geschehens in seinem Bewußstsein entstehen zu lassen.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

Scheußliche Bilder

Betreff Unverständiger Förster

Lieber Herr Möller,

wenn ich mir die scheußlichen Bilder ansehe, die Ihr Kunde da freimütig ins Netz stellt, wird mir schlecht. Einen derart extremen Diagonalschuß mit einer starken Hochwildpatrone auf gesundes Wild wird jeder ordentliche Jäger unterlassen. Das hat mit Jagd überhaupt nichts zu tun.

MfG, Hans Heiner Reich, Samstag, 10. September 2016 13:15

Das geht auch ganz anders. Siehe 7x57 schräg geschossen | Montag, der 12. September 2016

Blei ist schlimmer

Betreff: Scheußliche Bilder

Moin Lutz,

ich will gar nicht wissen, wie der Jährling nach einem ähnlichen Schuß mit z.B. einer 8x57, .308, .30-06, 7x57, besser noch aus der allseits beliebten 9,3x64 mit Teilmantelrund oder ähnlichem ausgesehen hätte.

LM: So wie dieses vulcanisierte Reh.

So wirklich viel wird nicht kaputt sein an dem Stück. Natürlich hätte er warten können bis das Stück breit steht.

LM: Dann sieht das mit der 300 WM mit meinem Geschoß (schlecht getroffen) so aus: 300 Win Mag Bockkitz

Auf nur 40 Meter hätte auch gut auf den Träger schießen können.

LM: Richtig.

Er hätte auch die Bilder nicht an dich senden müssen. So wissen wir wenigstens, wie wir es nicht machen sollten.

Ein Freund von mir hat sich nach immer wieder schlechten Schüssen und daraus folgenden Nachsuchen bis zur 9,3x74R hochgearbeitet. „Wieso tust Du dir das an?“ fragte ich ihn. „Ich habe keine Lust mehr die Stücke zu suchen. Viel hilft viel.“ antwortete er. Immer schoß er mit Bleigeschossen. Besser wurde davon nichts. Er fragte mich irgendwann was er tun solle: „Verwende ein wirklich gutes Geschoß! Lasse die Finger von den weichen Bleimumpeln! Wenn Blei, dann schieß wenigstens Blaser CDP!" Keine Einsicht. Mit genügend Übung lagen irgendwann die Stücke. Mittlerweile schießt er eine .30-06 und er will auf MJG umsteigen. Das hat auch nur fünf Jahre gedauert.

LM: „Bliztzmerker!“

Außerdem verlangt der Forst mittlerweile die Verwendung bleifreier Geschosse.

LM: Wenigstens dort wächst Einsicht!

Irgendwo habe ich sinngemäß gelesen: "Sei froh über die Fehler anderer, aus denen du lernen kannst. Man kann schließlich nicht alle Fehler selber machen."

In diesem Sinne einen guten Start in die Woche für alle geneigten Mitleser!

Beste Grüße, Stefan Simm, Gesendet: Montag, 12. September 2016 10:13

Ladedaten für .300 WSM mit 7627

Hallo Lutz,

langsam geht mir die Munition für meine „de zum Jager’n“ in 300 WSM aus. Iich muß Neue laden. Noch habe ich einige 7627 MJG zu liegen. Leider hast Du nur noch die 300 WSM Ladedaten für deine 5te Erbfolge auf Deiner Seite. Wenn ich mich recht erinnere hattest du damals als empfohlene Ladung das RS 52 angegeben. Daraufhin habe ich mir auch eine Dose besorgt. Könntest du mir evtl. nochmal die letzten Daten für die .300 WSM und 7627 MJG zukommen lassen?

LM: Die Ladungen für alte 7627 und neue 7,6 mm Flitzer sind gleich.

Das erste Los lud ich mit 4,35 g Norma 203 B. Das klappte schon ganz gut. Bild anbei:

300 WSM 7627

300 WSM 7627 mit Ölschuß

Der „Ausreißer“ war der erste Schuß nach dem Reinigen.

LM: Mann! Der  Ölschuß gehört ungezeilt in den Sand, aber nicht auf die Zielscheibe. Er stört das schöne Bild.

Die anderen drei treffer lagen dann besser zu sammen.

LM: Ach was? Lies Ölschuß.

 Aber vielleicht geht ja noch mehr

LM: Das sieht gut aus. Mit Ruhe und Besinnung geht immer noch mehr. Für den 10 mm Verein lobe ich Preise aus!

Freundliche Grüße, Marcel Begoin, Freitag, 2. Dezember 2016 08:42

Kalb auf 250 Meter

Sehr geehrter Herr Möller,

nach beinahe 200 Stunden im Revier hat es am 27. Dezember endlich gepaßt. Ein Hirschkalb kam auf 250 m im letzten Schußlicht zur Strecke. Trotz Knochentreffer war die Wildbretzerstörung der 300 WSM gleich null. Endlich konnte ich die Wirkung Ihres Geschosses auch selbst beurteilen.

Weidmannsheil, Marcus Geyer-Grois, Montag, 13. Februar 2017 09:20