Vom vom 21. April bis 2. Mai werde ich in Afrika jagen

Steyr Luxus Schrott

Gewehr kaputt, Waffensprengung!

Guten Morgen Lutz!

Am Freitag hatte ich wieder Geburtstag. Ich war am Schießstand, um meine 6,5x68 vor der Gamsjagd zu überprüfen. Nach dem 5. Schuß flog die Waffe auseinander! Das System ist bei den Schraubenbohrungen für die Zielfernrohrmontage durchgerissen (oben) und unten durch die Halteschraubenbohrung.

Steyr - Systembruch

Den Lauf hat es nach vorne weggesprengt.

Steyrlauf in 6,5x68

Das Geschoß steckt am Anfang der Züge.

Geschoß steckt imLauf

Der Schaft ist Spreißelholz.

Zerrissener Schaft

Ich habe außer einer kräftigen Schramme an meinem Ego eine 3 cm lange Rißwunde an der Stirn und davon ausgehend ein blaues linkes Auge davongetragen.Soweit die Tatsachen. Nun zur Geschichte:

Ich hatte einen Jagdprüfungskollegen meiner Tochter auf einen Gams eingeladen. Auf dem Schießstand wollte er das Gewehr, meinen Steyr-Luxus ausprobieren. Nach dem dritten Schuß holten wir die Scheibe ein und sahen eine unbefriedigende Trefferlage. Darauf meinte ich wortwörtlich „Das glaube ich dir nicht!” und wollte das nachprüfen. Den ersten Schuß sah ich nicht durch das Zielfernrohr, lud die nächste Patrone nach, und dann geschah das Unglück.

Das Geschrei am Schießstand kannst du dir vorstellen ( über die bösen Wiederlader). Ich zog wie ein geprügelter Hund mit einer Platzwunde und einem Haufen Gewehrteile von dannen. Ich bin nur froh, daß das nicht dem jungen Mann passiert ist,sondern mir.

Zur Patrone: Dieses Los habe ich im vergangenen Jahr nach deiner auf der Seite veröffentlichtem 6,5x68-KJG-Ladungsvorschlag mit MRP geladen. Ich habe dir einemal eine kleine Geschichte über Präzision dieses Gewehres geschickt. 5 Cent. Das war das gleiche Los. Ich habe bei den Hülsen keine Anzeichen einer Überladung festgestellt. Das das starke Ladungen sind steht außer Zweifel, aber alles im erlaubten Bereich. Meine Frage ist natürlich, was habe ich falsch gemacht? Um das herauszufinden wende ich mich unter anderem auch an dich. Das einzige was ich dezidiert ausschließen kann, ist, daß ein anderes Geschoß im Lauf war. Bilder folgen morgen nach.

Mit freundlichenGrüßen, Werner Aichwalder, Montag, 4. September 2006 08:36

Hallo Werner,

ich freu mich, daß du mir schreibst und du den Unfall einigermaßen heil überstanden hast. Sei nur froh, daß du keine R93 schießt!

Um vielleicht erkennen zu können was geschah benötige ich Bilder des Hülsenbodens und des Zündhütchens. Sicher steigt der Druck bei fünf Schüssen hintereinander deutlich, aber wenn dir vor dem Unglücksschuß kein Zündhütchen rausgeflogen ist, kann es eigentlich nicht so doll gewesen sein. Ich würde mal die Steyr-Leute fragen, wo die die Lastgrenzen Ihrer Waffen sehen. Schließlich ist die Waffe damals mit +30% Überdruck beschossen worden.

Bis später, Gruß Lutz

Hallo Lutz!

Ich habe leider den Boden der Hülse nicht gefunden, den hat es abgesprengt. Die zuvor geschossenen Hülsen sind vorhanden, und es ist kein! Zündhütchen rausgeflogen. Dann hätte ich das Schießen sofort eingestellt!

Gruß Werner

6,5x68-Hülsen der empfohlenen 6,5x68-KJG-Ladung ohne besondere Druckzeichen

6,5x68-Hülsenböden der empfohlenen 6,5x68-KJG-Ladung ohne besondere Druckzeichen, rechts die zerrisene Hülse

In der Steyr-Luxus geplatzte 6,5x68-Hülse von unten

In der Steyr-Luxus geplatzte 6,5x68-Hülse, seitlich


Hallo Lutz!

Ich habe versucht das Geschoß herauzubekommen. Das war zwar möglich, indem ich den Lauf auf einer Stelle aufgefräst habe, das Geschoss war jedoch so deformiert, daß es nicht verwertbar für eine Aussage ist. Ich werde alle anderen Geschosse aus dieser Charge abmessen,wenn kein anderes (.270") dabei ist, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß bei der Verpackung kein anderes Geschoß dazugerutscht ist. Bleibt für die Ursache nur noch 2 Möglichkeiten übrig:

1.) Konstruktiv
Ich bin der Meinung, daß die Haltbarkeit des Systems sehr von der Lage der Schrauben der ZF-Montage und der Zentralen Halteschraube abhängt.Außerdem ist das Drehmoment dieser Schrauben ausschlaggebend. Desto größer dieses Drehmoment ist, desto schwächer wird das System, da die Kräfte, die diese Schrauben auf das Material einwirken lassen nicht außer Acht gelassen werden dürfen.Da die hintere Bohrung der Montage zu Hälfte nur eine Wandstärkecon 0,7 mm aufweist, ist diese Stelle sehr Riß gefährdet.

2.) Patrone
Es wäre zu prüfen, welche Auswirkungen mehrere Schüße hintereinander auf den Gasdruck haben, und welche Gasdrücke tatsächlich bei dieser Ladung auftreten. Die Patronen wurden von mir nochmals geprüft, und L1 87 mm ± 0,05 mm und der Rundlauf auf 0,02 mm genau. Die Ladung beträgt 4,94g - 4,95g Norma MRP. Rein rechnerisch liegen wir weit unter dem Auseinanderfliegen einer Waffe.

Gruß Werner

Werner,

Deine Ausführungen erscheinen mir sinnvoll.

Soll ich dir mal ein 6,86 mm und ein 7 mm KJG senden, damit du prüfen kannst, ob sich die in dem Geschirr überhaupt laden lassen ohne den Unterschied zu bemerken?

Gruß Lutz

Lutz,

6,86 mm KJG bitte gern. Von den 7 mm habe ich noch genügend. Schicke mir 3 Stk per Post.

Danke, Gruß Werner

Beschußamtprüfung

Hallo Lutz!

Ich habe versucht ein 6,86 mm KJG in die 6,5x68 zu setzen.Das ist nicht möglich, da man die Hülse im Mund übermäßig aufdehnt. Das übergroße Geschoß läßt sich nicht in die Setzmatritze einführen. Die 5 Patronen aus dem Los prüfte das Beschußamt Wien auf Gasdruck. Das Ergebnis ist ein um ~ 100 bar (2,2%) im Schnitt zu hoher Gasdruck. Soll: 4.400 bar, ist: 4.500. bemerkenswert ist die Bemerkung des Beschußamtes „ sehr gleichmäßiger Gasdruck ”, was auf eine genaue Arbeit meinerseits hinweist. Fazit ist, daß ich keinen Fehler gemacht habe ( außer wiederzuladen).

Die Bruchstellen weisen auf einen Härtefehler hin. Regressansprüche kann man vergessen, da Steyr vor ein paar Jahren verkauft worden ist, und es keinen Rechtsnachfolger gibt. Ich werde die Sache nicht mehr weiter verfolgen, da mir meine Zeit zu kostbar ist, um sie mit unproduktiven Dingen zu verplempern. Ich kann nur jeden Steyrbesitzer anraten die Bilder anzuschauen, was passiert wenn etwas nicht stimmt.

Somit erteile ich die Zustimmung zur veröffentlichung dieses Sachverhaltes.

Mit freundlichenGrüßen, Werner Aichwalder, Dienstag, 19. September 2006 15:42

Der hinten verriegelnde Verschluß der Steyr-Luxus in der gerissenen Systemhülse

Steyr kaputt

So lang sie schoß war sie Klasse. Die 6,5x68-KJG-Ladung eignet sich sehr für Gams in den Bergen.

Hallo Herr Möller

Der Bericht über die geplatzte Steyr Luxus ist ja schrecklich!

Ich mache mir ein bißchen Sorgen, da ich erst vor 3 Monaten eine Steyr erworben habe. Die Waffe ist gebraucht und hat, so weit ich weiß, daß Baujahr 1979! Da kommen Zweifel auf! Haben Sie schon einmal von ähnlichen Vorfällen mit einer Steyr Waffe gehört? Dies würde mich echt Interessieren! Ich hoffe das bleibt ein Einzelfall und wünsche dem Schützen gute Besserung. Ich denke es hätte auch schlimmer ausgehen könne.

MfG, Nils W. , Dienstag, 19. September 2006 21:17

Tag Herr W.,

vom Hörensagene eines ehemaligenSteyr-Mitarbeiters, der jetzt Sauer verkauft, habe ich vernommen, daß vor längere Zeit Steyr auf Kundenwunsch die Auswurffenster vergrößert haben solle. Damit seien die Hülsen etwas dünn geworden und bei großen Patronen mit hohem Druck könnten die Hülsen dann auf Dauer schon mal überlastet werden, äußerte der. Dieser Fall hier würde das belegen. Daß Waffenhersteller von der lütten .222" bis zur großen und kräftigen 8x68S nur ein System bauen, ist in meinen Augen Grund solcher Übel. Die Stoßbodenkräfte spreizen sich dabei doch zu sehr. Da müßten besser angepaßte Waffen her. Nicht ein System geht für alles. Die Kleinen werden so zu schwer und die Großen zu windig. Das kann, wie man sieht, auf Dauer schief gehen. Für welche Patrone ist Ihr Steyr denn eingerichtet?

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Hallo Herr Möller,

Vielen dank für die schnelle Antwort!

Ich schieße die Waffe in .30"-06. Als ich die Waffe von einer privat erworben hatte, habe ich Sie zu einem Büchsenmacher gebracht, der diese mal durchgucken sollte. Vor zwei Wochen war ich dann mit der Waffe auf dem Schießstand und habe die Waffe mit der GECO 11,2 g eingeschossen. Die Schußleistung stellte zufrieden. Leider habe ich noch keine Erfahrung, wie sich diese Patrone bei Wild verhält, aber was ich gehört habe soll die GECO nicht die beste Patrone ihrer Klasse sein. Natürlich muß man auch hier unterscheiden, auf welches Wild man jagt.

LM: Dann kann das Blei-TM-Geschoß schon mal kein Einheitsgeschoß für die Einheitswaffe sein! Schade, denn das gibt es schon.

Ich schicke Ihnen mal einen Bericht wenn ich ein Stück erlegt habe.

Schöne Grüße, Nils W.

Mein Gott,

mit Geco TM auf Wild! Muß das sein? Berichte nehme ich gleichwohl gern. Lesen Sie bitte Auf Sauen und 7,62 mm Wundwirkung um ein Gespür zu bekommen, wie solche weichen Bleiflatschen für die Scheibe auf Sauen wirken. Kleine Rehe werden beschädigt, aber schon aus kleineren Sauen schießt die Geco nicht mehr aus. Da gibt es inzwischen deutlich bessere Geschosse.

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Herr Möller,

Wie siehts mit dem TIC Geschoss von RWS aus? Haben Sie da Erfahrungen?

LM: LesenSie die bitte auf meinerm Netzlatz nach!

Oder sollte ich ihr Lutz Möller KJG ausprobieren?

LM: Nicht „ausprobieren”, sondern damit die jagdliche Aufgabe zufriedenstellen lösen!

Da ich mehr mit der Flinte unterwegs bin, steht die Büchse oft im Schrank. Da macht man sich oft nicht die Gedanke, oder ist bereit was neues versuchen als wenn man tag täglich mit der Büchse los ist. Deswegen ist man schnell auf Leute angewiesen die, die nötige Erfahrung haben.

MfG, Nils W., Mittwoch, 20. September 2006 10:24

Hallo Lutz,

habe mir die Bilder der gesprengten Steyr auf deiner Seite angesehen. Gott sei Dank, daß Werner nichts Schlimmeres passiert ist. Zur Ursache der Sprengung

1. Die Verriegelung hat offensichtlich gehalten, sonst wäre der Verschlußzylinder hinten rausgeflogen.
2. Der Hülsenkopf wurde auseinandergerissen, also muß im Hülsenkopf ein extrem hoher Druck vorhanden gewesen sein.
3. Das bereits weit hinten im Lauf steckengebliebene Geschoß läßt zweierlei zu:

a) die Treibladung brannte nicht regulär ab sondern explodierte - unwahrscheinlich
b) die Patronenhülse war schadhaft und platzte vorzeitig

Betrachtet mann die Abrissstelle des Hülsenbodens der gesprengten Patronenhülse sieht man, daß vor dem Abriss eine deutliche Einschnürung stattgefunden hat. Das ist untypisch für eine Explosion. Vielmehr deutet die Einschnürung auf eine Vorschädigung der Messinghülse durch Längung hin. Hinten verriegelnde Systeme, wie hier bei der Steyr, längen die Messinghülsen mehr als vorne verriegelnde Systeme.

Liegt die ringförmige Schwachstelle der Patronenhülse in der Nähe des hinteren Patronenlagerendes kann bei einem erneuten Schuss die Schwachstelle platzen und eine Druckwelle schiesst radial von innen gegen die Systemhülse. Diesem Gasschlag hat die Systemhülse nicht standgehalten und ist an der schwächsten Stelle, dort wo die Gewindebohrungen sind, auseinandergeflogen.

Mit Waidmannsgruß, Michael Gogeissl, Mittwoch, 20. September 2006 13:11

Nein Michael,

die lidernde Hülse liegt bei 50 mm Länge und 13 mm Druchmesser auf etwa 2041 mm² an. Bei 4.50 MPa = 450 N/mm² bar und Reibeiwert 0,1 beträgt hält der Druck die Hülse mit bis zu 91.845 N fest. Die Hülsenwand ist über dem Boden, sagen wir mal, 1 mm dick. Die Wand hat etwa 41 mm² Fläche. Die Zugspannung errechnet sich dann zu 2.240 N/mm². Das ist ein Mehrfaches dessen, was Messing aushalten kann. Die Hülse muß also reißen, wenn sie hinten nicht mehr abgestütz wird, weil die Systemhülse reißt und der Lauf entweicht. Du vertauscht unzulässig Ursache und Wirkung.

Nicht die Patrone ist erst „explodiert” und dann das Gewehr auseindergeflogen, sondern erst zeriß das System ist zerrissen und dann platze die Hülse. Der Vorgang zog sich, wie man oben lesen kann über 5 Schuß hin. Die Anzeichen waren die plötzliche Streuung (50 cm statt 1 cm). Leider wurden die Zeichen nicht als das erkannt, was sie waren, nämlich die nachgebende Systemhülse.

Gruß Lutz,

Bodenabreißer

Beitrag zu Ihrer Antwort auf Herrn Gogeissls Beitrag „Steyr Luxus Schrott“

Doch Herr Möller,

sehr wohl sogar.

„Querrisse in Bodennähe deuten auf ein zu langes Patronenlager, auf eine, in einer fehlerhaften Rekalibriermatritze zu kurz gewordene Hülse, oder auf zu großem Verschlußabstand hin. Querrisse entstehen immer, wenn flaschenförmige Hülsen im Patronenlager in Längsrichtung überdehnt worden sind.“
Quelle: Wiederladeschule H.D.Götz, im Motor Buch Verlag.

Die ersten Anzeichen hierfür sind ein deutlich sichtbarer Ring im Bereich der künftigen Bruchstelle. Wird die Patrone ein 2 oder 3. Mal geladen, geschiht's. Man möchte auf dem Bild fast die künftige Bruchstelle (heller umlaufender Ring) auf den Hülsen erkennen können, siehe auch Bild im Buch Seite 180. Wie oft sind denn die Hülsen vorher geladen und abgefeuert worden?

Hülsen „ohne besondere Druckzeichen“ ? also ich bin doch nicht blind ?. Die 2. und 4. Hülse von links gesehen, weisen ein deutlich ausgequetschtes Zündhütchen auf. Alle anderen Zünd-hütchen sehen ebenfalls etwas sonderbar verformt aus. Das was hier passiert ist, ist wie immer eine Verkettungen von Ereignissen, die sich natürlich immer zu der Summe addieren, damit sie den hö.phpöglichen Schaden anrichten zu können.

Waffe

  1. Hinten verriegelndes System, gibt im Schuss „etwas“ nach hinten nach (Folge siehe Götz)

  2. Waffe 1979, mit zu hohem Verschlußabstand

  3. Starkes Kaliber

  4. Angeblich, Härtefehler

  5. Angeblich, schwächende Bohrungen in der Hülse.

Wiederlader

  1. Über den angegeben Maximaldruck hinaus geladen. Wie hoch ist denn die MRP Ladung ohne KJG-e das heißt, mit normalen Geschossen?

  2. Hülsen dem Augenschein nach, bereits deutlich vorgeschädigt (Einschnürung)

  3. Alle vorherigen Druckzeichen an den unmittelbar zuvor verschossenen Hülsen ignoriert

  4. Patronenlager war heiß geschossen

  5. Unbekannt, Wetterbedingungen wie Luftdruck, Temperatur usw.

  6. Völliges Ignorieren des plötzlich großen Streukreises, auch nach eigenem Schuß, Schuß nicht auf der Scheibe gefunden. Jeder, vernünftige Wiederlader packt da wieder ein.

  7. Lagerbedingungen der geladenen Patronen unbekannt.

Baujahr, starkes Kaliber, „Härtefehler“, Bohrungen,…all das war schon seit 1979 da, an dem kann es also kaum gelegen haben, sonst hätte die schon 79 platzen müssen, meinetwegen auch erst 89. Der zerstörerische Faktor der hier gewirkt hat heißt meiner Meinung nach zu hoher Verschlußsabstand + Wiederlader. Hätte der Herr für seine in die Jahre gekommene Steyr nicht solche „Wunderladungen“ gestopft, die Druck,- Hülsen,- und Schußzeichen richtig gedeutet, wäre, wahrscheinlich nichts und niemanden etwas passiert. Vielleicht baut Steyr in Zukunft Waffen die in der Lage sind, bei zu hohem Druck den Lauf in Richtung Schütze zu verbiegen.

Ich bin sicher, hätte die Steyr normale Werksladungen gefuttert bekommen, würde sie heute noch schießen. Dann würde ich die Aufregung des Herrn auch verstehen und dann wäre es möglicherweise auch gerechtfertigt so was zu veröffentlichen, aber so ist es halt mal wieder ein Wiederlader der mit „knackigen“ Ladungen sich und andere gefährdet hat. Jetzt, aber auch noch damit an die Öffentlichkeit zu gehen und Steyr die Schuld zu geben…? Das ist genauso, als wenn sie im Jahr 2006 Ihren Porsche Bj. 79, mit Originalmotor von 79, mit einen +20PS-KJG-Super-Leichtlauföl aufrüsten, dann im Sommer bei 40°C auf die Autobahn gehen, unter völligem Ignorieren von Motorwarnleuchten, rasselnden Geräuschen, pfeifenden Sirrtönen solange Vollgas geben, bis der Motor platzt, um danach Bilder des „geplatzten Luxus-Schrott-Porsche-Motors“ ins Netz zu setzen und niemandem anderem, (schon gar nicht sich selbst), als Porsche die Schuld dafür geben. Andere, nicht hinterfragende Leser (wie war die Verdichtung, wie gut die Kurbelwellenlager…), sagen dann „Oh Gott, gerade habe ich mir einen „Luxus-Schrott-Porsche-Motor“ gekauft, Oh Gott, oh Gott. Der Mann hat wahrlich Nerven.

Fahrerin und Eigentümer



Dan's Werk. Ja so sind wir halt, hier mit Luftdruck,



aber hier mit Kompressor. Ohne Druck läuft eben nichts! Sag bloß nicht, du hättest damit nichts zu tun!



Aber das Werk hat ja ein Einsehen!

Eine eigene Theorie habe ich auch:

Fakt, Waffe mit zu langem Verschlußabstand, Hülsen bereits zuvor überdehnt worden, danach trotzdem nochmals geladen, Stopfladung, Druckzeichen ignoriert, nächster Schuß im heißen Patronenlager, Gasdruck baut sich noch höher auf,

Theorie, Geschoß drückt in den Lauf, gleichzeitig den Hülsenboden Richtung Kammerboden, Kammerstengel weicht etwas nach hinten aus, Hülsenboden reißt nun wegen zu hohem Verschlußabstand ab, Gas geht den Weg des geringsten Widerstandes (nach hinten), Lauf vorne dicht da nix mehr raus, Peng und Futschikato. Ich ducke mich bereits jetzt, wenn Sie mir nach frischer Lutz Möller Manier, diese meine so schöne Theorie um die Ohren watschen werden.

Auch wenn der Herr Aichwalder Kunde bei Ihnen ist und Lutz Möller KJGe kauft und weiterhin kaufen wird, sie sollten sich für ihn (und auch andere) nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Sie kennen nur den Sachverhalt aus seiner Darstellung. Sie wissen nicht, was das alles für Spezialladungen waren oder wie oft die Waffe durch Herrn Aichwalders „Spezialpatronen“ an die Grenze geführt wurde oder wie groß der Verschlussabstand war und wie alt die Hülsen sind ect. Frage, warum ist denn der Verschlussabstand so groß geworden? sicher nicht von Hausfrauenladungen - nein, ich habe nichts gegen Hausfrauen.

Alle die über die hintere Verriegelung der Steyr schimpfen, sei gesagt, so ein Gewehr kündigt hohen Gasdruck vor allen anderen bekannten Warnzeichen an. Herr A. übersah das wohl und lud seine Ladungen noch höher, was zur Folge hatte, daß der Verschluß nun plötzlich wieder seidenweich aufging, weil nun ausgerammelt. Übrigens, das SSG-System wird immer noch gebaut und angeboten und zwar für die, die was von Waffen verstehen. Warum alle auf „vorne“ schwören, keine Ahnung, spontan fällt mir da nur ein Spruch ein: „Eßt mehr Mist, Milliarden von Fliegen können sich nicht irren“! Herr A. seine schoß angebl. auf 5 Cent.

Viele Nutzer der Lutz Möller KJGe, die Ihren Ladungsangaben folgten, klagten über viel zu hohen Gasdruck. Diese Leute haben das erkannt und hörten auf zu schießen, Herr A. tat das offensichtlich nicht.

Zitat:“Fazit ist, daß ich keinen Fehler gemacht habe (außer wiederzuladen).“ Nun Herr Aichwalder, wie ist das jetzt für Sie? Denken Sie mal drüber nach, wenn Sie wieder einmal die Schuld nur bei Anderen suchen und solch renommierte Unternehmen wie Steyr madig machen, man, und andere fallen auf den Stuß noch rein. Am wenigsten konnte ihre gute alte Steyr-Lady was dafür, aber sie meinten ja sie noch mal so richtig rannehmen zu müssen. 1979 hat Steyr noch nicht an die Spezial-Wiederlader gedacht, heute schon, deshalb auch die stärkeren Systeme. Nichts für ungut, aber wer staucht und tritt sollte auch einstecken können.

A. Müller, 26. Oktober 2006

Lieber Achim,

Werner ließ die Ladung im Beschußamt Wien prüfen. Herr Halusch verwendet dort Lager und Läufe mit Mindestmaßen. Seiner Aussage nach ergeben sich damit immer höhere Drücke und Geschwindigkeiten als bei Gebrauchswaffen, dernen Maße immer darüber liegen, bei den Läufen nach Sauer- und Walter- Aussagem um bis zu 0,02 oder 0,03 mm Ø. Die Messung ergab im Meßlauf 2,2% Überdruck, ein Wert, der im vernünftigen Rahmen liegt und auf normgerechten Druck in der Gebrauchswaffe hinweist. Richtig ist allerdings den Wärmeeinfluß anzusprechen, der bei 5 Schuß in schneller Folge den Druck erheblich steigern wird. Gleichwohl ist nicht davon auszugehen, daß die 5 Schuß den Beschußrahmen (damals +30%, heute +25%) überschritten. Die Waffe hat solche Drücke also mindestens 1979 ausgehalten. Daß Sie es im Jahre 2006 nicht mehr tat, läßt ein Ermüdung zu vermuten zu.

Ich kenne 6,5x65 7 g KJG Munitionen, die RWS auf Druck prüfte und mit 5.000 bar maß. In einer Heym SR 20 N in schneller Folge verschossen brachten die ersten drei Schuß die gewohnt guten KJG-Ergebnisse, bei immerhin 1.070 m/s v0 eng aneinder, nur vom Schützen gestreut. Schuß Nr. 4 traf schon nicht mehr ins Loch und das platte Zündhütchen zeigte außen einen schwarzen Rand = Gas und Dreck und beim 5. Schuß aus der mitlerweile heißen Waffe weitete sich die Hülse und das Zündhütchen flog raus. Bei den unter diesen Umständen durch Wärmeeinfluß angenommenen +20 % Druck auf ~ 6.000 bar überschreiten die 600 N/mm² dann die Zugfestigkeit der nicht so harten Hülsebereiche und das Messing floß. Das zeigt mal wieder, wie gut die RWS Hülsene sind! Einfach einsame Spitze! Aus geometrischen Gründen können die, nicht wie die 6,5x65 am Stoßboden mit 12 mm Ø kleine, sondern mit 13,3 mm Ø größeren 6,5x68 und 8x68S Patronenhülsen noch etwas mehr ab, ähnlich der noch größeren .338" LM, die mit noch größerem ~ 14,9 mm Stoßboden die wohl widerstandsfähigste Gewehrhüle ist, die man kaufen kann.

Du als Sportschütze erwähntes mal deine .308" Win. deutlich unter der Höchstgrenze zu laden. Wie man an deiner .308" Win. Ladungleiter mit einer Steyr, genau SSG69, sehen kann, komst du damit ja auch allerbestens zurecht. Nun willst du als Sportschütze aber im wesentliche zusammenhängende Löcher erzeugen. Papier ist geduldig, auch wenige kräftig. Die sonstige Leistung kann dir schnuppe sein. Werner aber bejagt im Karst Gemsen. Das Reveir ist ganz offen und bietet keinerlei Deckung. Gemsen rät sehr gut. Daher ist er auf weite Schüsse angewiesen, bzw. auf eine Waffe und Munition, die das leistet, nämlich ein flache Flugbahn bis 3 oder 400 m bietet. Rasanz heit das Zauberwort, daß hier gefragt ist. Dazu brauchst du schnelle Geschosse und gute Aerodanamik, also V0, V0 und noch mal V0 und vielleicht ein KJG! Er schießt seinen Gamsflizer 6,5x68 nicht aus Jux und Dollerei sondern aus blanker Notwendigkeit. Aus demselben Grund müssen unter solchen Umsänden die Patronen bis an die Grenze de Möglichen ausgereizt werden. Sonst kommt man aus dem Berg als „Schneider“ nach Haus. Man muß also, wie du schriebst „die alte Lady noch mal richtig rannehmen“. Wenn sie das nicht abkann, gehört sie auf den Schrott.

Daher erscheint der Gedanke von Dr. Andreas Philipp, sein Waffen gelegentlich mal prüfen zu lassen, klug. Die Beschußämter werden sich freuen, freiwillige Beschüsse duchzuführen, ein Protokoll zu erstellen und eine Gebühr zu kassieren. In dem Sinne kann ich allen Beitzern alter Waffe, die, um bei deinem Sprachgebrauch zu bleiben „ihre alte Lady noch mal richtig rannehmen wollen“, nur raten sich zu vergewissern, daß die auch mitmacht. Nicht alle Waffen platzen für den Schützen so angenehm wie eine alte Steyr Luxus. Selbst im Tode zeigte sie sich noch freundlich. Andere sind da garstiger!

Gruß, Lutz,

Tach Lutz,

Halskalibrierung hilft bei hinten verriegelten Waffen (und natürlich auch sonst), den Verschlußabstand knapp zu halten und Bodenabreißer zu vermeiden.

Gruß, Hugo, Donnerstag, 26. Oktober 2006 22:27

Hallo Herr Möller,

ich habe mich sehr gefreut, vor allem über das erste Bild bei Bodenabreißer. Den muß ich noch anrufen und fragen wie es ihm geht. Sein human beam ist eine phantastische Sache. Unglaubliches Ding, es macht soooooo viiiiel Spaß damit. Als, absoluter Musiknotenuntauglicher klangvolle Musik zu machen, toll. Meine Kinder, meine Frau und ich hatten unglaublichen Spaß damit.Ich habe meinen schon bestellt und Sie ?

Zum Bericht, ich will ja den Herr A. gar nicht so beuteln. Tatsache sind aber die gequetschten Zündhütchen, die hätte er einfach sehen müssen. Ringfuge, ok, das Problem kennt nicht jeder, aber Ihre Seite sind eine hervoragende Plattform dies den Wiederladern zu erläutern. Vergessen Sie bitte über alles RWS nicht, daß die Hülsen wahrscheinlich mehrfach in Längsrichtung gedehnt, wieder kalibriert, wieder gedehnt....usw wurden, bis die schwächste Hülse (auf Grund des Waffenfehlers) gar nicht anders konnte als reißen. Über die Munition 6,5x68 will ich ja grundsätzlich auch nicht meckern, wat mutt dat mutt, aber bitte nur in technisch einwandfreien Waffen, die alte Lady war das wohl nicht mehr,.....die arme.

Hey, TÜV für alte Waffen, ja das wär was,.... aber nur für die 8X68S und andern Magnums und Co-s.... nitt für bumelige .308" gelle!?

Auch ich bin Jäger und Ziel ist es, Reh und Sau schmerzfrei mit Trägerschuß zu strecken. Die tun mir zwar immer furchtbar leid und wie oft konnte ich einfach nicht, wenn man so ein junges Rehlein voller Freude am Leben springen und Sätze machen sieht, aber, wat mutt dat mutt, wegen Abschußplan und so. Jaaaaaaaa, jetzt können meine Jägerkollegen über so ein Weichei lästern, nix dagegen. Deshalb SSG und Ladungsleiter. Auch 600 m Disziplinen sind anvisiert und, who knows, vielleicht fügt uns das Schicksal einmal zusammmen und ich kann den Herrn Möller mal zeigen wo „der Bartel den Most holt“ ha ha ha.

Herzlichst Ihr A. Müller

Nicht nur eine!

Hallo Herr Möller!

Das ist nicht die erste Steyr ( und auch nicht die letzte), die so auseinandergeflogen ist. Von den meisten Fällen hört man gar nichts, weil sie gottseidank für den Schützen gimpflich ausgegangen sind. Nur muss man auch das Glück im Unglück sehen, daß die relativ schlanke Systemhülse durch die Bohrung für die vorderen Systemschraube ja eine Sollbruchstelle hat ( Zitat Kriegeskorte), wodurch sie aufreißen und der Lauf nach vorne wegfliegen kann, der Verschluß aber in der Verriegelung gehalten wird und nicht dem Schützen ins Gesicht fährt.

Gut daß der Schütze nicht die linke Hand am Vorderschaft oder am Zielfernrohr hatte, wie es bei vielen Schützen die Unsitte ist, sonst hätte es wohl böser ausgehen können! Ein ungutes Gefühl bleibt nach jedem solcher Unfälle bei mir als Wiederlader zurück, denn in Zweifelsfall ist immer dieser Schuld! Sind ihre Ladeenpfehlungen angesichts der erreichten Drücke nicht doch ein wenig zu hoch angesetzt. Der Faktor der Materialermüdung ist schwer zu kalkulieren, wer erkennt schon gleich eine Haarrissbildung, wenn die Schußleistung plötzlich nachläß? Wenn ich ständig an der Maximaldruckgrenze belaste, wird es doch eher zu solchen überaschungen kommen!?

Mit freundlichen Grüßen, Ekkehard Widmann, Montag, 25. September 2006 07:18

Tag Herr Widmann,

CIP-geprüfte Waffen müssen die CIP-Gasdrücke aushalten! Wenn das nicht mehr gelten würde, könnte man sich die ganze Prüfer sparen, so wie in der Schweiz. Wenn Sie eine 6,5x68 nicht mit Volldampf schießen, können Sie die Patrone gleich vergessen. Leistung hat ihren Preis.

Daß ich von anderer Seite genau wie von Ihnen höre, die alten hinten verriegelnden Steyr flögen gelgentlich vorn auseinder, ist ein Armutszeugnis für den Entwickler. Vielleicht hat Steyr aus genau dem Grunde auch die Herstellung eingestellt, liefert nun den vorn verriegelnden SBS 96. allerdings unter dem Namen Mannlicher.

Waidmanns Heil, Lutz Möler,

Steyr Mannlicher Sicherheit

Sehr geehrter Herr Lutz Möller!

Wieder einmal würde ich sehr gerne Ihre Meinung hören, und zwar diesmal zum Thema Steyr-Mannlicher.

Vorausschicken möchte ich eines: Mir ist völlig klar, daß in Sachen Sicherheit derzeit ein Handspannsystem mit Spannschieber das Maß aller Dinge ist.

  1. Steyr gibt bei seinem System SBS 96 an, daß in der Sicherungsposition „gesichert mit Transportsicherung“, also bei gesperrtem Kammerstengel, der Schlagbolzen gesichert ist. Inwieweit ist diese Angabe zuverlässig?

  2. Bringt es erhöhte Sicherheit, wenn man diese Waffe zwar geladen, aber mit entspanntem Schlagbolzen führt? Hier liegt doch der Schlagbolzen im entspannten Zustand direkt auf dem Patronenboden auf, oder? Die Waffe kann zwar in diesem Zustand nicht mit versperrter Kammer geführt werden, aber um die Waffe schußbereit zu machen, müßte ja nur mit dem Kammerstengel der Schlagbolzen gespannt zu werden, was nur eine kurze Bewegung ist und sehr leise geht.

  3. Bei einigen Waffen, vor allem bei 98er Systemen könnte zumindest theoretisch, z. b. in Folge eines Sturzes durch einen Schlag auf den hinteren Teil des Schlößchens, also auf Schlagbolzen/Schlagbolzenmutter, so zu einem ausreichenden Anschlagen des Schlagbolzens auf das Zündhütchen und somit zu einer Zündung kommen. Stimmt diese Theorie?

  4. Hilft in dieser Situation ein Zylinderverschluß mit hinten geschlossener Kammer, wie eben beim Steyr SBS 96 oder auch z. B. Sauer 202? Aber auch hier ragt hinten der Signalstift aus der Kammer heraus und könnte bei einem Sturz, zumindest theoretisch, anschlagen?

Fazit: Ist einen Steyr SBS 96, geladen und gespannt, gesichert mit Transportsicherung im Jagdbetrieb zu führen sicher, oder ist man besser dran, diese Waffe zwar geladen aber ungespannt zu führen?

Ich danke im Voraus schon für Ihre Ausführungen und verbleibe mit freundlichen Grüßen und Weidmannsheil,
Karl Bacher. Sonntag, 13. Juni 2004 11:57

Herr Bacher,

um Ihre berechtigte Frage beantworten zu können, muß ich die SBS-96 Zeichnungen oder eine Waffe selbst vorliegen haben. Beides ist nicht der Fall. Ich werde mich an Steyr-Mannlicher mit der Bitte, mir zu dem Zweck über deren Sicherheit zu schreiben eine Waffe zur Verfügung zu stellen, wenden, denn Zeichnungen werden in der Regel nicht herausgegeben. Die Antwort lesen Sie dann später hier. Also schauen Sie gern mal wieder rein . . .

MfG, Lutz Möller, Sonntag, den 13. Juni 2004

Hülsenreißer

S. g. Herr Möller, s. g. „Unglücksschütze“!

Vorab möchte ich mitteilen, daß ich sehr froh darüber bin, daß bei dieser Waffensprengung nicht mehr passiert ist! Man merkt an diesem Beispiel, daß Schützen nicht nur für sich selbst sondern natürlich auch für „Umstehende“ eine große Verantwortung übernehmen! Der Aufsatz hat mich andererseits aber auch fasziniert, und bewogen meine vor ein paar Monaten gemachten Erfahrungen mit der 8x68S in einer Steyr-Mannlicher zu veröffentlichen:

Ich besaß zu diesem Zeitpunkt eine Steyr-Mannlicher Kal. 8x68S (Baujahr 1976 bis evtl 1980) in sehr guten Erhaltungszustand und experimentierte mit dieser Patrone als „alter Wiederladerhase“ (über 20 Jahre Erfahrung, in unterschiedlichen Großkaliberpatronen).

Daß diese Patrone grundsätzlich „knackig“ geladen wird, braucht nicht näher erwähnt zu werden… Letztenendes habe ich es dann aber doch ein wenig übertrieben und lud 15 Patronen wie folgt: RWS Hülse, 4,54 g Kemira N160, Federal Magnum Large Rifle Zünder, 8 mm 14,25 g Sierra Gameking , Länge 87 mm; Zu dieser Ladung kam ich, da ich in aller Eile mal eben „übersehen“ hatte, daß man bei N 160 in diesem Programm N160 „fast lot“ eingeben sollte, denn ansonsten gibt es einen falschen (niedrigeren) Druck an. Daher ging ich mit dem laut Programm knapp 4.000 bar bei errechneten 843 m/s auf den Stand. Schon nach dem ersten Schuß wunderte ich mich zwar über den diesmal unangenehmeren Rückstoß. Da die Zünder schon öfter mal platt waren, interessierte mich diese Tatsache nicht so sehr. Ich wollte aber die Patronen nicht zuhause entladen und schoss daher alle ab. Beim 15. Schuß war der Knall etwas dumpfer, der Treffer nicht auf der Scheibe. Beim Öffnen des Verschlusses fiel mir der abgerissene Hülsenboden entgegen. Die Waffe aber hatte, außer einem steckengebliebenen Hülsenkörper ohne Boden, ansonsten absolut nichts abbekommen! Jetzt war auch klar wieso die am Stand gemessene v0 bei immerhin 880 m/s lag.

Die Hülse entfernte ich zuhause mit einer „überkalibergrossen Gewindestange“. Die mit Quickload bei N160 „fast lot“ ermittelten Werte liegen bei immerhin 5.220 bar (laut CIP maximal 4.400) und 890m/s!

Gerade im Vergleich zu dem Vorfall des „Unglücksschützen vom September“ drängen sich da natürlich einige Fragen auf:

  1. Lag das Problem wirklich bei diesem Steyr-Mannlicher oder an der Patrone (auch bei lauter gleichmäßigen Ladungen kann infolge eines Wiederladefehlers schon mal eine größere Menge als vorgesehen in die Hülse kommen…)?

  2. Gab es Rückstände im Lauf, die den Druck enorm erhöhten?

Ich kann das Gequassel der anderen, vor allem nichtwiederladenden Schützen geradezu hören, habe aber diesen Bericht trotzdem verfaßt um vielleicht eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema „Hülsenreißer bzw. Waffensprengungen“ in Gang zu setzen. Jedenfalls würde ich sehr darauf drängen die Steyr, oder nunmehr Mannlicherwerke zu einer Äußerung einzuladen, klar, daß keine Ansprüche mehr geltend zu machen sind, aber bemerkenswert wärs trotzdem was man dazu sagt.

Bild 1: Das nicht ausgestoßene 8x68S Zündhütchen zusammen mit der Ausstoßerlochprägung lassen die nachträglich berechneten 5.220 bar nicht ganz glaubhaft erscheinen. Das Zündhütchen zeiget noch kein Krater und das Hütchen ist noch nicht ganz platt. Eine RWS 8x68S Hülse kann das ab.

Bild 2: Der 8x68S Hülsenboden ist abgerissen. Die schwarzen Rückstäde deuten nicht auf besonders hohen Druck hin. Man sehe sich dagegen die geplatze Revolverhülse dagegen an!

Bild 3: Auch die von außen verschmauchte 8x68S Hülse, besonders am Hals, deutet nicht auf besonders hohen Druck hin

Ich bin gespannt was Sie dazu sagen! Waidmannsheil und Gut Schuß! Ein Schütze, 23. Oktober 2006

Moin Schütze,

danke für deine Bilder und den Bericht.

  1. 5.200 bar sind für ein RWS 8x68S Hülse nicht das „Aus“! Die kann das ohne zu reißen ab.

  2. Verschmauchte Hülsen zeigen eher niederen als zu hohenDruck an.

  3. Bei 5.000 bar hält eine RWS 8x68S Hülse noch das Zündhütchen und läßt sich ohne weitere wiederladen und wieder verschießen, zumindest in einer Heym SR 20.

  4. Vihatvuoripulver schwanken über die Zeit und Lose.

Daher gaube ich eher an zu großen Verschlußabstand; sei es vom Wiederladen her oder sei es der hinten verriegelnden und sich damit im Schuß längenden Steyer-Mannlicher wegen. Man lese die entsprechnden Abschnitte bei QuickLoad.

Ich bitte um ein Bild einer abgeschossen Hülse mit dem angegeben Pulver in der angegeben Ladung, ähnlich dem folgenden, und einer Angabe wir schwer die Hülsen mit Zündhütchen sind.

4,55 g RP3 in 18,26 g schwerer RWS 8x68S Hülse

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Beitrag zur Patrone 6,5x65, Bernd Stücker, Sonntag, 19. März 2006 11:34

Gegenstimme

Hallo Herr Möller,

nicht schlecht das 6,5x65 Ergebnis von Herrn Stücker. Das kann ich aber ganz locker unterbieten. Ich schoß Ihre Ladungsleiter im „Ekelkaliber“ .308" Win., grins, und Schuß 8 bis 14 in ein Löchle von 15,4 mm geknallt. Der Unterschied der Ladung von Nr. 8 bis 14 betrug 0,1 g. Waffe, SSG69 von 1985 ! Es gibt Zeitgenossen, die lästern und maulen (also Lästermäuler) über die hintere Verriegelung des Kammerstengels „Da klemmt schon mal der Verschluß bei hohen Ladungen“, wird vorgeheult. 1001 Gründe weshalb der „Mist“ sein soll, aber kein Beweis, genau das Gegenteil tritt ein, der Plüster trifft.

Klemmender Kammerstengel ? Pöh, wen juckts ? Komme ich an zu hohe Ladungen an, dann sagt mir meine grüne Mina das schon vorher. Ich muß das nicht erst durch Ringfugen, Stauchungen, Risse und Durchbläser erfahren. Ein SSG wird eben nicht mit Höchstladungen betrieben, sondern mit Präzisionsladungen und die liegen in der Regel weit drunter. Ich danke Ihnen noch heute, daß Sie mich durch Ihren Ladungsleiter erleuchtet haben, meine vorherigen Ergebnisse waren, na sagen wir mal, bescheiden. Weiter so.

Gerne würde ich mal Lutz Möller KJGe ausprobieren, aber der Preis, heul, heul, - nochmals grins - . A. Müller, Dienstag, 24. Oktober 2006 00:19

PS: falls Sie ein Bild des Ladungsleiters wünschen, gerne.

Stellungnahme

Sehr geehrter Herr Möller,
sehr geehrte Forum-Leser,

mit Interesse haben wir den Fall „Waffensprengung Steyr Luxus“ und die Diskussionsbeiträge dazu gelesen. Es ist mir ein Anliegen dazu folgendes festzuhalten:

  1. Jegliche Spekulationen und Diskussionen betreffend „Nachfolgegesellschaft der Firma Steyr“, „Umfirmierung in Mannlicher“, etc. kann ich wie folgt abkürzen:

    + Seit 2001 ist Steyr Mannlicher zwar in neuem Privatbesitz, firmiert aber völlig unverändert unter STEYR MANNLICHER GmbH&CoKG in Kleinraming bei Steyr / Österreich

    + 2005 erfolgte ein Relaunch im Marketing- und Werbeauftritt des Unternehmens. Seither repräsentiert zur klareren Bereichstrennung die Marke MANNLICHER den zivilen Bereich der Jagd- und Sport-Waffen, STEYR ARMS den Bereich der Behördenwaffen.

    + Mit einer Umfirmierung hat das überhaupt nichts zu tun, jeder Interessierte kann jedwede Informationen über unsere Website abrufen: http://www.steyr-mannlicher.com

  2. Zur Klärung der konkreten Waffensprengung einer alten Steyr Luxus bzw. bei jedweder Beanstandung eines unserer aktuellen Produkte lade ich herzlich ein, sich direkt mit STEYR MANNLICHER in Verbindung zu setzen! Wir erhalten sehr viel gute Rückmeldung und sind auch für berechtigte Beanstandungen dankbar, da diese – sollten Sie einen tatsächlichen Mangel aufdecken – selbstverständlich umgehend umgesetzt werden.

    + Konkret biete ich an, die Waffenteile bzw. etwaige beanstandete Teile direkt zu meinen Handen an uns zu senden. Ich garantiere persönlich für die umgehende Überprüfung der Teile durch unsere Techniker und unser Qualitätsmanagement. Selbstverständlich erhält der Einsender eine qualifizierte und haltbare Expertise als Antwort, egal welches Resultat unsere Untersuchungen erbringen!

  3. Diese Vorgangsweise halte ich für fair und professionell. Eine öffentlich gemachte Spekulation über mögliche Ursachen OHNE vorherige OBJEKTIVE Prüfung dagegen nicht. Dies umso mehr, als ich keine Lust habe, die ehrlichen und steten Anstrengungen aller unserer Mitarbeiter in Sachen höchster Sicherheit und Präzision leichtfertig herabwürdigen zu lassen.

Generell ist zu überlegen, welche Sicherheitsmaßnahmen bei älteren Waffen, die vielleicht bereits durch mehrere Hände gingen und bereits einiges hinter sich haben, anzustrengen wären, ev. eine regelmäßige, eingehende und objektive Überprüfung ähnlich der im Automobilbereich. Dies umso mehr, als der technische Fortschritt auch vor dem Waffenbereich nicht Halt macht – siehe z.B. die Einführung des Safe Bolt System (SBS) bei Steyr Mannlicher für Modelle ab 1996. Selbstverständlich sind unsere Waffen auch vor diesem Modelljahr nach bestem Wissen und Gewissen präzise und sicher gefertigt. Allerdings würde z.B. im Automobilbereich auch niemand auf die Idee kommen, bei einem alten Modell das Fehlen von ABS zu beklagen, wenn dieses entsprechend später erfunden wurde.

Aus heutiger Sicht sind unsere Waffen die Präzisesten und Sichersten der Welt. Alle unsere Mitarbeiter arbeiten täglich daran, daß das auch immer so sein wird. Ich wünsche allen Jägern und Sportschützen viel Freude mit unseren Produkten und verbleibe mit besten Grüßen,

Dr. Andreas Philipp, Mittwoch, 25. Oktober 2006 13:12,

Vice President, STEYR MANNLICHER GmbH & CoKG
Ramingtal 46 / 4442 Kleinraming / Austria
Tel: +43 (0) 7252 896 -55
Fax: +43 (0) 7252 89653
Mail: a.philipp@steyr-mannlicher.com
Netz http://www.steyr-mannlicher.com

Sehr geehrter Dr. Philipp,

ich bedanke mich herzlich für Ihre unaufgeforderte Stellungnahme, die ich hier an passender Stelle veröffentliche. Ich habe die unverzüglich an den Einsender der Bilder der gesprengten Waffe weitergesendet und ihn dann angerufen. Er ist derzeit unterwegs und wird vor Montag nicht wieder im Büro erscheinen. Dann wird er sich wohl mit Ihnen in Verbindung setzen.

Danke für Ihre Zusammenarbeit, Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Steyr Mannlicher GmbH & Co KG
Ramingtal 46
A-4442 Kleinraming
Tel: +43 7252 896 0, Fax: +43 7252 78621,
http://www.steyr-mannlicher.com/
office@steyr-mannlicher.com


Anderes Gewehr

Sehr geehrter Herr Möller,

als erstes möchte ich Sie für Ihren Netzplatz beglückwünschen. Nirgendwo sonst gibt es diese geballte Masse an Berichten, die auch für Nichttechniker und -naturwissenschaftler verständlich dargestellt sind. Toll! Danke!

LM: Danke auch für die Blumen!

Nun zu meinem Anliegen: Durch Ihre Jagdpatronenwahl bin ich auf der Suche nach der Eierlegenden Wollmichsau auf die 8x68S gestoßen, die ja Dank Ihres Lutz Möller KJG Ihren Schrecken verloren hat und somit auch für den Alltag zu gebrauchen ist.

LM: Das haben Sie nett gesagt. Genau so ist das!

Bisher führe ich eine Blaser BBF in 12 und .30-06 mit 1,5 - 6x42 S&B und möchte mir zur Vervollständigung einen Repetierer in 8x68S zulegen.

Da von einigen Leuten wohlmeinend erwähnt, habe ich die Steyr Mannlicher Pro Hunter in die engere Wahl gezogen, zumal die auch mit der Mannox Beschichtung und dem geraden, längenverstellbaren Schaft ihre Vorteile bietet. Im Katalog des Importeurs habe ich ein Glas der Fa. Kaps - Wetzlar entdeckt, das nach Auskunft eines Mitarbeiters qualitativ den S&B Gläsern von vor 10 Jahren entspricht.

Bei einem Bekannten habe ich ein aus den USA stammendes Leuchtpunktvisier gesehen, das soweit ich weiß von Bushnell entwickelt wurde, die Verkaufsbezeichnung Eotech L 3 hat außer dem 1 MOA Leuchtpunkt in der Mitte auf 65 MOA einen Leuchtkreis trägt und auch in einer für Nachtsichtgeräte tauglichen Version zu haben ist.

Nun habe ich 3 Fragen:

• Ist die aktuelle Steyr Mannlicher SBS sicherer als die geplatzte Steyr Mannlicher die auf Ihrer Seite gezeigt wird und eine gute Wahl im Punkt Sicherheit, Langlebigkeit, Präzision und auch mit Pikantiny-Schiene?

LM: Die Steyr Pro Hunter ist ein andere Waffe als die alte Steyr Luxus von vor Jahrzehnten. Auch hat der Hersteller inzwischen seinen Eigentümer gewechselt. Die Gewehre haben wohl nichts mehr miteinander zu tun. Mir ist über die Steyr Pro Hunter nichts nachteiliges bekannt. Also warum nicht. Die 65 cm Lauflänge für die 8x68S spricht durchaus dafür!

• Kennen Sie die Kaps Gläser und sind diese eine preiswerte Wahl zu den großen Namen? Oder doch lieber das von Ihnen vielgelobte S&B Zenith mit FD7?

LM: Kaps entwickelte sich allerdings in letzter Zeit gut weiter. Wir haben auch ein solches Kaps erworben und sind damit zufrieden. Ich meine, Kaps kann man kaufen.

• Würden Sie dieses amerikanische für das Militär entwickelte Leuchtpunktvisier in Erwägung ziehen oder lieber eines vorziehen das für den Jagdbetrieb entwickelt wurde z.B. Amipoint H1?

LM: Damit habe ich keine Erfahrung. Für weite Schüsse nehme ich ein Zielfernrohr und für den Nahkampf Irikis oder U-Kimme mit Perlkorn, in ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008 ♣ sehen Sie wie (Büffel bei ~ 150 m offen geht, ist aber auch größer als ein Fuchs.

In der Hoffnung Ihre Geduld nicht überstrapaziert zu haben warte ich gespannt auf Ihre Meinung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen & Waidmannsheil Michael Höck, Montag, 2. März 2009 18:19