Lutz' Büffeljagd in Australien 2008

Pestkampf

Hallo Lutz,

ich lese den Australienbericht 2008 mit Begeisterung, insbesondere weil mit schon vor Jahren ein Freund der dort lebte von den Störungen durch Zuwanderer berichtetet. Bemerkenswert sind auch die Bemerkungen der Leser. Schädlingsbekämpfung und Jagd muß man sicher trennen. Da gelten andere Gesetze und Maßnahmen. Ist jede Art der Jagd recht, wenn sie eingreift und regelt, um eine nachhaltige Natur und Bewirtschaftung zu erreichen? Nur daß man dort drübern viel heftiger eingreifen muß, wenn man die ursprüngliche Natur erhalten will.

Mit eurer Jagd und Schädlingsbekämpfung habt ihr sicher einen guten Beitrag dazu geleistet.

Kleine Ergänzungsfrage: Bei Deinen Afrika-Berichten finden sich immer auch Hinweise zur Verwertung des erlegten Wildes. Wie ist das in diesem Fall gewesen?

Gruß und Waidmannsheil, V. T., Montag, 18. August 2008 13:22

Abends haben wir Hunger

Moin V.T.,

Die Begriffe sollten geklärt und festgelegt werden.

Von Sonja genau richtig zubereiteter Eselrückenn, feinfaserig, zart, wohlschmeckend!

Wieder einer von Sonjas unvergleichlich wohlschmeckenden Nachtischen

Der Gecko am der Eßzeltluke sucht und, so erfolgreich, frißt Plagegeister

Der Morgen beginnt mit kühlem Orangensaft und frisch gebrühtem heißem Kaffe

Selbst geangelter Fisch mit passendem Riesling

Stier- und Büffelschwanzragout

Sonjas frisches Blätterteigebäck mit Birne

Jagd ist in unserem deutschen Knüppeln vorrangig mit dem Erwerb von Beute verbunden. Am Ende steht wertvolles Essen. Jagd im engeren Sinne besteht darin die Opfer zu beschleichen, sie zu überlisten, sich wenn möglich unerkannt in eine möglichst günstige Angriffstellung zu bringen und dann zuzuschlagen, das Opfer zu fangen und zu töten. Die Handlung selbst hat mit Essen an sich nichts zu tun. Im Krieg jagen die Scharfschützen Feinde. Im Frieden jagt die Polizei Verbrecher; die werden in einem guten Staat dann einem Gericht zugeführt, statt gleich an Ort und Stelle erledigt zu werden, aber zu zuweilen und an manchen Orten wird auch anders verfahren. Die Opfer zu suchen und zu fangen sind das eigentliche Wesen der Jagd. Wer die Opfer sind und was mit ihnen geschieht liegt schon außerhalb der Jagd. Unser übliches deutsch Jagdverständnis beinhaltet als viel mehr als die eigentliche Jagd.

Pestkampf, oder Schädlings- und Seuchenbekämpfung, Keulen, oder wie immer man das folgende nennt wünscht von den Opfern nichts weiter, als das die verschwinden. Das Mittel dazu ist die Jagd mit dem Tod der Opfer.

Da waren wir

So sieht das Land dort oft aus. Meist keine Wege, aber Wildwechsel.

Nordaustralien ist groß, weit, kaum von Menschen besiedelt und fast nicht erschlossen. Verbraucher gibt es in nennenswerter Menge nur in den St�dten. Australiens Bev�lkerunglebt fast nur in den St�dten. Das Land ist leer. Es bestehen also große Schwierigkeiten Wild oder Vieh erstens zu fangen, dann zu bewegen (Ohne Weg nur mit Hubschrauber)

und schließlich zu vermarkten. Da teils nach langem Fußmarsch abseits der Pisten jagten, bestand kaum möglichkeit und keine wirtschaftliche Vernunft einzelne Tiere zu Markt zu schaffen. Das lohnt sich erst in Menge.

Wenn nicht zwei oder drei Anhänger dran sind, lohnt die Fuhre nicht

Unser Pestkampf hatte für die Rinderstationen den Sinn, nutzlose Grasfresser von den Weiden zu entfernen. Wenn Sie nicht solches Glück haben, daß jemand wie Barry dort die Jagd pachtet, müssen Sie einen Berufsjäger mit Hubschrauber mieten, der die großen Grasfresser totschießt. Das australische Gras ist nicht wie in Afrika oder bei uns an große Grasfresser angepaßt. es vertragt nicht so viel Beweidung. für Barry liegt der Sinn in diesem Pestkampf darin mit seiner Frau in der Trockenzeit ein Jagdlager zu betreiben in dem Sonja die Gäste verwähnt und er und Roland Jagdgäste kundig führen und ggf. schützen. Für mich lag er Sinn in diesem Pestkampf darin meine meine Geschosse in guter Menge auf Großwild, mit Wasserbüffeln als Dickhäuter, einzusetzen und deren Tauglichkeit zu beweisen. 11 Büffel und 34 Esel streckten meine KJG in 8,5 mm und 9,3 mm wunschgemäß erfolgreich. Mir bereitete die Jagd im offenen weiten Land fast ohne Zäune auf wehrhaftes (Büffel) und Fluchtwild (Esel) mit Schußweiten zwischen 25 und 400 m große Freude. Ich hatte meine Spaß daran. für Nils war das sein erste Jagd auf großwild im anderen Kontinent und er war entsprechend aufgeregt und genoß die Jagd in der unendlichen Weite ebenfalls.

muß ich nach all der Vorrede noch sagen, daß wir nicht das ganze Wildpret aufessen konnten? Den Rest fraßen Raben und Schweine!

Das beste Stück

Drei Mann am Frachtfliegerbüffel

Die Landschaft, das Gras

Endlose Weite

Eukalypten, auf die zu flüchten, wenn der Büffel kommt, wenig Sinn hat, da der dich dann wie ein reife Pflaume pflückt

Knick - fall- schnapp - kaputt!

Unser Wagen ist da

Die geschlossene Kabine, die ich nie leiden kann. Ich bin lieber draußen.

Arbeit am Frachtfliegerbüffel

Mein Werkzeug: Eine Heym SR20G in 9,3x64 und die Hülle für das bildstabilisierende Nikon 70 - 300 mm Teleobjektiv

Das Haupt muß runter

Nils sichert

Stiernacken, rechts der FangEinschuß

Dicke Haut

4 cm Haut. Barrys Werkzeug der Wahl dafür ist ein Wegwerfklingenteppichschneider. Nach 12 Jahren hat er alles durch

Die seitliche Büffeldecke ist eher 2 cm dick.

Wir wollen an das beste Stück ohne den Büffel ganz zu zerwirken

Hier findet sich rechts vorn am Blatt, nach Einschußlinks hinten im hinteren Weichen das t�dliche 8,5 mm KJG

.338" LM Patrone und mein KJG auf dem abgeschwarteten Büffel

.338" LM Patrone und mein KJG auf dem abgeschwarteten Büffel, von vorn

.338" LM Patrone und mein KJG auf dem abgeschwarteten Büffel, schr�g

Der Einschußweit hinten im Weichen bl�st

Barry will das Haupt vom Rumpf trennen

Nils zeigt mit seiner Waffe den Geschoßweg durch den gewaltigen Frachtfliegerbüffel

Nils zeigt den Ort des Steckschusses nach wohl 1,3 - 1,4 m Büffel, nicht schlecht! Ein einseitiger Lungenschuß!

Der Bluterguß unter der Decke durchmißt 8 - 9 cm, nicht groß!

Beachte im Vergleich zu den menschlichen Gliedern die Ausmaße des Büffelvorderlaufes: recht Stampfer, gute Tottrampler!

Noch mal die dicke Haut am Stiernacken. Hier prügeln sich die Tiere und schlägt in Asien der Tiger seine Krallen ein

Wasserbüffel sind sauber Tiere. Sie baden im Wasser und suhlen Schlamm um Schmarotzer abzuwehren

Ein Beil hilft

Bald haben wir das Haupt vom Rumpf getrennt

ab!

Ein KJG-Splitter am Nacken vom Fangschuß

Noch mal Nils 100 m Kopfschuß auf den annehmenden Büffel

Nun ist der Gewaltige hin

Die vorderen unteren Schneidezähne. Der Frachtfliegerbüffel hatte wohl gut 15 Jahre gesehen

Dies wird nun die Kunst das beste Stück, das Filet, zu bergen, ohne den Büffel ganz zu zerwirken

Das Beil von der Wiese (Nicht das Beil von Wandsbek) durchtrennt Rippen an der Wirbelsäule

Ein Messer muß auch ran

Die Klinge greift hinter die Rippe

Fortschritt: Geschickt wird der Zugang gebahnt

Ein langer Schlitz neben der Wirbelsäule ist geöffnet

Die Hand faßt hinein

Beide Hände fassen zu

Schwierig

Die Raben kommen

Huginn fliegt

Muninn ist nicht weit

Da ist es, das beste Stück

Schnapp und weg. Das muß mit!

Noch mal die siegreiche Patrone im Zweikampf mit dem unglaublichen Frachtfliegerbüffel

Das Haupt mit blutigem Gras

Barry wäscht sein Hände mit feuchten Babytüchern. Er kennt sein Geschäft. Die Ausrüstung paßt!

Wohlverdientes Mittagessen. Kühle Brause und Sonjas Nußtörtchen. Köstlich!

Nach all der Arbeit (die ungewähnliche, riesige Trophäe liegt auf dem Laster) läßt die Spannung nach. Nils sieht richtig Glücklich aus

Er war gewaltig

Er war vorsichtig

Er nahm an, als er gejagt und verletzt war. Er war der Größte

Wir hätten ihnen vom Auto meucheln können, aber er starb im fairen Zweikampf in seinem Element. Ich weine um ihn!

Lutz Möller, 18. August 2008

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